History
Am 8. Mai 1990 machte sich der damals 25-jährige Fleischermeister Thomas Michel selbstständig und eröffnete ein Fleischerfachgeschäft in seinem Heimatort Weitisberga. Damit setzte er eine Familientradition fort, denn sowohl Großväter mütterlicher- als auch väterlicherseits waren bereits als Fleischermeister in der Region tätig, sein Vater für sein Handwerk als Hausschlachter bekannt.

Der Umbau einer Scheune zur Produktionsstätte sowie die Ausstattung des Betriebes mit Maschinen gestalteten sich unter sozialistischen Bedingungen als äußerst schwierig. Größtenteils aus der Vorkriegsproduktion stammende Maschinen mussten ausfindig gemacht und aus sämtlichen Teilen der ehemaligen DDR zusammengetragen werden.

Die Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 sowie die nachfolgende Währungsunion 1990 waren eine große Herausforderung und eine absolute Bewährungsprobe für den in der Entstehung begriffenen Betrieb. Ursprünglich als Familienbetrieb mit fünf Mitarbeitern geplant, bekam das Unternehmen stetig Zuwachs. Heute zählt es etwa 25 Beschäftigte. Auch die Verkaufsstellen wurden innerhalb der Kreise Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt erweitert, so dass nicht nur die etwa 140 Einwohner von Weitisberga in den Genuss von Fleisch- und Wurstwaren nach Rezepturen mit Tradition kommen können. Die Fleischerei Michel betreibt neben dem Hauptgeschäft in Weitisberga eigene Filialen in Bad Lobenstein und Rudolstadt. Mit einem Verkaufsfahrzeug ist das Unternehmen zusätzlich auf Wochenmärkten in Bad Lobenstein und Saalfeld präsent und hat außerdem Standplätze in Wurzbach, Blankenberg, Harra, Ebersdorf und Probstzella.

Damit der mittelständische Handwerksbetrieb auch in den nächsten Jahren erfolgreich in der Region tätig sein kann, wurde die Produktionsstätte im Jahr 2008 erweitert. Am 30.12.2009 erfolgte durch das zuständige Veterinäramt die lebensmittelrechtliche Zulassung als Zerlege-, Fleischzubereitungs-, Hackfleischherstellungs- und Fleischverarbeitungsbetrieb.

Beim jährlich stattfindenden "Tag der Thüringer Wurstspezialitäten" auf dem Erfurter Messegelände wurden mehrfach Wurstwaren der Fleischerei Michel mit dem Prädikat Gold ausgezeichnet. Handwerkliche Qualität vereint mit bewährten traditionellen Rezepturen ermöglichten außerdem die Goldprämierung der geografisch geschützten Produkte Thüringer Leberwurst, Thüringer Blutwurst und Thüringer Rostbratwurst. Dafür erhielt das Fachgeschäft im Jahr 2009 den begehrten THÜRINGEN- POKAL.

Um das Fortbestehen des traditionellen Fleischerhandwerks auch im Industriezeitalter zu sichern, wurden und werden im Betrieb Fleischer und Fachverkäuferinnen im Nahrungsmittelhandwerk ausgebildet. Außerdem konnten hier einige Umschüler der Umschulungs- und Weiterbildungs- GmbH Bad Blankenburg erfolgreich ihre Prüfungen absolvieren. Schülern wird die Möglichkeit eines Schnupperpraktikums geboten, um Interessen und Neigungen zu testen. Gut ausgebildetes Fachpersonal sowie Lehrstellenbewerber mit guten schulischen Leistungen und einer positiven Grundeinstellung sind jederzeit willkommen.